Arbeitsrecht & Personal

Homeoffice Vereinbarungstipps: Zurück in den Lockdown, zurück zum Social Distancing

Am 3.11.2020 geht Österreich in den zweiten Lockdown. Die drastisch steigenden Zahlen der Neuinfektionen in Kombination mit hohen Zunahmen an Hospitalisierungen und der Inanspruchnahme von intensivmedizinischer Betreuung machen die Maßnahmen nicht nur nötig, sondern auch verständlich.

Mit dem Lockdown kommen bis zumindest 30.11. schwerwiegende Einschränkung im Privat- und Wirtschaftsleben auf uns zu. Viele Branchen – wie die Gastronomie oder der Tourismus – sind besonders hart getroffen und stehen durch die behördlich angeordneten Schließungen vor Existenzproblemen. Doch die behördlich verordneten Maßnahmen allein werden nicht ausreichen. Jeder muss Verantwortung übernehmen, um sich selbst und andere Menschen zu schützen. Ein Lockdown ist dazu eine kurzfristige Notbremse, die gezogen werden muss.

Stichwort Eigenverantwortung

Jeder Betrieb und jede Unternehmensleitung kann dazu einen Beitrag leisten. Es gilt dabei nicht nur, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten, sondern auch die Mitarbeiter zu schützen. Denn wenn ein Corona-Fall im Team auftritt, bedeutet das unter Umständen die völlige Betriebsschließung. Der beste Schutz vor einer Infektion ist zu Hause zu bleiben – auf das Unternehmen umgemünzt also Homeoffice, wo immer es möglich ist. Weitgehend zu Hause zu bleiben heißt klar weniger Kontakte und weniger Kontakte bedeuten weniger Infektionen, was wiederum die Kurve schneller abflacht.

Homeoffice Vereinbarung als fixer Baustein des Corona Arbeitsalltags

Abstand halten, Maske tragen, Lüften und Desinfektionsmittel/Handhygiene sind wichtige Maßnahmen, die mittlerweile selbstverständlich sein sollten. Und genauso selbstverständlich sollten Homeoffice Vereinbarungen in den Betrieben sein. All jene Unternehmen, die noch Nachholbedarf an Vereinbarungen für Homeoffice (oder auch oft Telearbeit Vereinbarungen genannt) haben, sollten dies nun dringend umsetzen! Nutzen Sie Homeoffice Mustervereinbarungen und adaptieren Sie diese an Ihre Betriebsgegebenheiten. Damit sorgen Sie für Transparenz bei Ihren Mitarbeitern, aber auch bei Ihren Führungskräften. Denn eines ist klar: Homeoffice soll und darf keinen Platz für Vertrauensbruch bieten. Denn Führung auf Distanz gelingt nur, wenn alle Spielregeln klar definiert und eingehalten werden. Auch hier zählt einmal mehr: Eigenverantwortung.

Diese Punkte sind für eine Homeoffice-Vereinbarung wichtig: 

  • Arbeitszeit: Wichtig ist, Normalarbeitszeit und Mehrarbeit bzw. Überstunden zu definieren - denn eine suboptimale Vereinbarung kostet Geld! Soll während des Homeoffice ein neues Arbeitszeitmodell gelebt werden, so muss dies vereinbart werden. Bleibt es beim alten Arbeitszeitmodell, genügt ein Hinweis darauf. Auch Arbeitszeitaufzeichnungen müssen detailliert geregelt werden, denn der Arbeitgeber haftet dafür!
  • Betriebsmittel: Wer stellt notwendige Betriebsmittel wie Laptop, Mobiltelefon oder IT-Infrastruktur im Homeoffice zur Verfügung? Falls Sie im Unternehmen noch keine Einzel- oder Betriebsvereinbarungen zur Nutzung von Betriebsmitteln haben, sollten Sie das nun dringend nachholen!
  • Aufwandersatz: Ein umstrittenes Thema! Grundsätzlich muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer jenen Mehraufwand ersetzen, der durch die Tätigkeit im Homeoffice entsteht (z.B. zusätzliche Kosten für eine stärkere Internetverbindung). Auch eine Pauschale ist möglich und wird häufig empfohlen.
  • Datenschutz & Datensicherheit: Treffen Sie unbedingt Regelungen zur Geheimhaltung und Datensicherheit im Homeoffice! Verschlüsselte und gesicherte Zugänge sowie ein DSGVO-konformer Umgang mit Daten sind notwendig, um hohe Strafen nach DSGVO und DSG zu vermeiden.
  • Beendigungsregelungen: Homeoffice kann befristet oder unbefristet vereinbart werden. Wenn keine befristete Vereinbarung gilt, machen Kündigungsregelungen mit Termin und Frist Sinn.

Was einmal klappt, klappt auch ein zweites Mal

Im Frühjahr hat der Großteil von Österreichs Unternehmen schon einmal bewiesen, dass Remote Führen mit Homeoffice Zusatzvereinbarungen erfolgreich möglich ist. Unmittelbar nach dem ersten Lockdown hat es auch so ausgesehen, als ob viele Unternehmen dieses Arbeitsmodell beibehalten wollten. Warum also jetzt die Zögerlichkeit? Warum wird diese Maßnahme, die die einfachste für Wirtschaft und Gesellschaft wäre, nicht wieder flächendeckend ausgerollt? Liegt es an der Unternehmenskultur in Österreich, die jahrzehntelang auf Anwesenheit basierte, liegt es am mangelnden Know-how der Führungskräfte in Remote Leadership oder ganz einfach an mangelnden Rahmenbedingungen, wie IT-Ausstattung, Arbeitszeitvereinbarungen oder Vereinbarungen für Homeoffice? Egal, woran es liegt – prüfen Sie jetzt auf Herz und Nieren, wie Sie Ihren Betrieb (wieder) Homeoffice-fit machen. Zahlreiche Homeoffice Vorlagen und Ratgeber unterstützen Sie dabei. 

Nicht nur Wetterprognosen stimmen uns auf einen langen und harten Winter ein, auch die Pandemie wird uns noch lange begleiten und den Arbeitsalltag bestimmen. Schützen Sie daher jetzt Ihre Mitarbeiter, Ihren Betrieb und sich selbst. Damit schützen Sie die Gesellschaft und das Wirtschaftsleben insgesamt. Orientieren wir uns wieder am Leitspruch des Frühjahrs: Schau auf dich, schau auf mich. So schützen wir uns!

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