Arbeitsschutz & Produktion

Gesunde Raumluft schützt vor der zweiten Corona-Welle

Weil sich das Coronavirus fast ausschließlich in Räumen verbreitet, ist die Vorsorge für gesunde Raumluft noch wichtiger geworden

Das Coronavirus hält Österreich weiter im Griff. Vergangenen Freitag wurden die Regierungsmaßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 wieder verschärft. Ob die Schulen im Herbst wieder wie früher üblich öffnen, wird gerade diskutiert.

Zur Begründung seiner Corona-Maßnahmen hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz im März verkündet, dass „bald jeder wen kennen werde, der am Virus verstorben ist“. Seither bemühen sich Regierung und Medien, auf die vermeintliche Gefahr des Coronavirus aufmerksam zu machen. Aber nicht nur dass – die Medien setzen auch auf gute Tipps für die Bevölkerung und berichten über die Gefahren für die Gesundheit, die beim Kühlen von Innenräumen ausgehen.

Berichte machen Angst vor Klima- und Kühlanlagen

So warnen manche Berichterstattungen auch davor, dass Klimaanlagen nicht richtig funktionierten und gefährlich seien – und vergleichen diese oft mit Kühlanlagen!

Kühlanlagen und Klimaanlagen sind zwei vollkommen unterschiedliche Geräte, sowohl im Betrieb als auch in der Funktionsweise. Ing. Hardwig Wilfinger, Herausgeber des renommierten Fachbuchs zum technischen Facility Management, ist als Prüfer und Betreiber verschiedenster raumlufttechnischer Anlagen tätig und stellt klar:

„Klimaanlagen und Kühlanlagen (FanCoil) können unterschiedlicher nicht sein!“

Gesetzliche Vorschriften – Einhaltungspflicht!

Dem Alarmismus in den Medienberichten hält er entgegen, dass eine Gefährdung schon aus zwei Gründen nicht vorliegen kann:

  • Gesetzliche Vorgaben zwingen den Betreiber im Zuge der Kälteverordnung zu laufenden Kontrollen und Wartungen.
  • Außerdem müssen wiederkehrend Reinigung und Prüfung der Belastungen durch autorisiertes und geschultes Fachpersonal einschließlich laufender Dokumentation durchgeführt werden.

Es wird im Arbeitsstättengesetz auch Bezug genommen auf das Emissionsschutzgesetz. Das heißt: Ein Gerät kann nicht einfach Viren „schleudern“, es sei denn, die Betreiberpflichten werden vernachlässigt.  Medienberichte erzeugen das Bild, dass die Betreiber dieser Anlagen ihrer Pflicht im großen Stil nicht nachkommen, „was mit Sicherheit nicht der Fall ist“, so Wilfinger.

Nutzer in die Irre geführt

Durch solche Darstellungen wird der Nutzer letztlich in die Irre geführt – und das in einer Zeit, die von Unsicherheit und Ängsten geprägt ist. Die Berichterstattung verleitet den Konsumenten dazu, alle Anlagen (Kühlanlagen, Klimaanlagen, Lüftungsanlage mit Konditionierung etc.) in einen Topf zu werfen. Und viel wichtiger: Der Beitrag trägt zur allgemeinen Angstmacherei bei! „Unverantwortlich“, wie Wilfinger meint:

„Dem möchte ich auch im Namen der vielen Techniker und Technikerinnen, die sich täglich um solche technischen Einrichtungen kümmern, widersprechen. Das Verantwortungsbewusstsein ist in dieser Berufsgruppe sehr hoch.“ 

Techniker am Puls der Zeit

Wilfinger weiß, wovon er spricht. Als Herausgeber des Standardwerks zur Haustechnik kennt er seine „Pappenheimer“ sehr gut. „Gerade, wenn ich mir anschaue, wie eifrig sich die Techniker mit den neuesten Entwicklungen befassen, weiß ich, dass man als Nutzer dieser Techniken beruhigt sein kann: Alles funktioniert nach den gesetzlich vorgeschriebenen, grundvernünftigen Vorschriften,“ so der erfahrene Experte. Im Gespräch mit dem Forum-Verlag appelliert er daher an die Öffentlichkeit, „sich nicht irre machen zu lassen“ und die Fakten gut zu prüfen. Dann wird man auch unbesorgt sein Kühlgerät oder seine Klimaanlage im – jetzt wirklich angekommenen – Sommer einschalten und muss nicht länger schwitzen.

 

 

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