Finanzen & Steuern

Unternehmenssteuern: Haben Sie zu viel ans Finanzamt bezahlt?

Bis 30. September können Sie prüfen, ob Ihre bisherigen Vorauszahlungen von Körperschaft- oder Einkommensteuer nicht zu hoch waren.

Jedes steuerpflichtige Unternehmen bzw. jeder Unternehmer muss für die Körperschaft- oder Einkommensteuer Vorauszahlungen ans Finanzamt abführen. Und zwar quartalsweise immer am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November.

Wann hat das Unternehmen zu viele Steuern gezahlt?

Wie hoch diese Vorauszahlungen sind, wird vom Finanzamt meistens mit dem Steuerbescheid des Vorjahres vorgeschrieben. Dabei werden die Beträge basierend auf der festgelegten Jahressteuer um 4 % für das Folgejahr und für jedes weitere Jahr um 5 % erhöht.

Somit wird angenommen, dass die Betriebsergebnisse jedes Jahr steigen. Das wäre sehr schön, sieht aber in der Praxis oft anders aus. Wer kennt diese Situation nicht: Die ersten beiden Quartale sind um, das Ergebnis liegt leider hinter den Planungen und nach einer Forecast-Erstellung für das Jahresergebnis wird deutlich, die vom Finanzamt angenommene Steigerung wird keinesfalls erreicht werden können – oder sogar noch gravierender: das diesjährige Ergebnis wird hinter dem Vorjahr bleiben.

Spätestens jetzt ist es Zeit, diesen Forecast mit der Vorschreibung vom Finanzamt und den bereits geleisteten Beträgen zu vergleichen. Denn es könnte gut sein, dass Sie zu viel ans Finanzamt gezahlt haben. Ist das der Fall, dann haben Sie das Recht, die Steuervorauszahlungen herabsetzen zu lassen. Wichtig: Bei der Körperschaftsteuer ist jedenfalls die Mindeststeuer (25%) zu zahlen.

Tipp: Für die Beiträge an die Sozialversicherung besteht eine ähnliche Möglichkeit der Herabsetzung! Informieren Sie sich dazu bei Ihrem SV-Träger.

Wie funktioniert die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen?

Die Herabsetzung funktioniert einfach mit einem formlosen Antrag, der begründet, warum eine Ergebnisminderung erwartet wird – am besten mit einer Beschreibung der wirtschaftlichen Lage und der Änderungen. Sehr gut nachzuweisen ist dies durch Umsatzzahlen und deren Entwicklung oder sonstige Einflussfaktoren wie ausgefallene Forderungen o.Ä.

Tipp: Ein entsprechendes Muster der WKO finden Sie hier.

Bis wann muss der Antrag eingebracht werden?

Wichtig: Der Antrag muss bis spätestens 30. September eingebracht werden, damit die Herabsetzung noch im aktuellen Jahr wirksam wird! Prüfen Sie also regelmäßig Ihr Betriebsergebnis im Hinblick auf Ihre Steuervorauszahlungen und machen Sie gegebenenfalls Gebrauch von der Herabsetzung.

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