Geschäftsführung & Management

Lockdown lässt Konjunkturprognose noch weiter einbrechen – Können Förderungen einen Rettungsschirm bieten?

Die EU-Kommission hat ihre Konjunkturprognose deutlich nach unten gesenkt. Dabei ist aber der zweite Corona-Lockdown noch gar nicht eingerechnet. Es dürfte also noch viel weiter nach unten gehen. Umso wichtiger ist es, die angebotenen Hilfen zu lukrieren.
Zunächst hatte die Bundesregierung angekündigt, die Folgen der Corona-Maßnahmen würden bis 2021 überwunden sein. Doch vor wenigen Tagen erklärte die EU-Kommission, dass in Europa frühestens 2023 wieder das Wohlstandsniveau erreicht sein werde, das vor Corona vorhanden war. Im Frühjahr war man in Brüssel noch weit optimistischer gewesen.  
 
Zweite Welle noch gar nicht eingerechnet 
Die düstere Konjunkturprognose trifft ein Europa, dessen Regierungen gerade den zweiten Lockdown verordnet haben. Die wirtschaftlichen Folgen davon sind in der EU-Prognose noch gar nicht eingerechnet! Das heißt: Die Prognose ist auf der optimistischen Seite. Die Aussichten sind noch trüber. 
 
Österreichs Wirtschaft kämpft 
Schon im 1. Quartal 2020 ist Österreichs Wirtschaft um 12,1 Prozent im Quartalsvergleich zu 2019 eingebrochen, im 2. Quartal 2020 lag das Minus sogar bei 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der kräftigste Rückgang seit Ende des Zweiten Weltkriegs! 
 
Der zweite Lockdown trifft also auf eine geschwächte Wirtschaft, die sich über den Sommer nicht erholen konnte. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es – zwar nicht in den Medien, aber unter Berufskollegen – nicht zu Horrormeldungen kommt, wonach Industrie- und Gewerbebetriebe, vor allem aber auch die Beherbergungs- und Gastronomiebranche Personal freisetzt. 
 
Geringes Wirtschaftswachstum 
Die Wirtschaftskrise wird sich laut EU also länger fortsetzen. Nach einem Schrumpfen im gesamten Jahr 2020 von mindestens 7,8 Prozent in der Euro-Zone soll die Wirtschaft das Minus auch im nächsten Jahr nicht wettmachen können. Erwartet wird ein Wirtschaftswachstum von höchstens 4,1 Prozent. Im Frühjahr war die EU-Kommission noch von fast sechs Prozent ausgegangen. Im Jahr 2022 soll das Wirtschaftswachstum noch weiter einbrechen und von geschrumpfter Wirtschaft ausgehend gerade einmal 3,0 Prozent erreichen. 
 
Angesichts dieser düsteren Prognosen sind die ausgelobten Wirtschaftshilfen besonders wichtig.  
 
Corona-Förderungen im Rahmen des zweiten Lockdowns  
Als Entschädigung für den zweiten Lockdown will Österreichs Regierung Unternehmen aus besonders betroffenen Branchen eine Förderung von 80 Prozent gemessen am Umsatz im November 2019 zukommen lassen. Diese Förderung ist allerdings gedeckelt, damit der Steuerzahler dafür am Ende mit nicht mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaften muss.  
 
Anfang November hieß es noch, dass die bisherigen Hilfsmaßnahmen mit der neuen Wirtschaftshilfe gegengerechnet werden. Laut Arbeitsministerium werde die Kurzarbeit vom Frühjahr aber nicht aufgerechnet, sodass beide Hilfen zusammen bei vielen Firmen sogar mehr Geld bringen könnten, als man im November 2019 hatte. 
 
Alles in allem ist es wichtig sich einen Überblick zu verschaffen, nicht alles ist auf den ersten Blick zu erkennen wie und wer den Umsatzersatz beantragen kann und auch welche Auflagen damit verbunden sind. 
 
Neue Herbst-Kurzarbeit 
Im Rahmen des zweiten Corona-Lockdowns wird die Kurzarbeit wieder ausgeweitet. Das haben die Sozialpartner mit Arbeitsministerin Christine Aschbacher ausgehandelt. Doch Achtung: Die Anforderungen sind dabei nicht die gleichen wie im Frühjahr! Gleich ist aber, dass die Arbeitnehmer bis zu 90 Prozent ihres Nettoeinkommens erhalten.  
 
Wichtig für Arbeitgeber ist auch die Frage nach den Verpflichtungen, die man mit der Förderung eingeht. Sie reichen von Arbeitsplatzgarantie in bestimmten Fällen bis zu Fragen, was man darf, wenn Kündigungen doch unvermeidlich sind. 
 
Manche Unternehmen profitieren schneller 
So schön die Förderungen sind, so problematisch stellt sich allerdings die Praxis oft dar. So gibt es in Westösterreich Unternehmen, die gleich zu Beginn der Corona-Krise geschlossen wurden und noch immer auf die Entschädigungszahlungen warten! „Wenn die Betriebe auf das Geld jetzt ein halbes Jahr oder länger warten müssen, sehe ich schwarz,“ sagt die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) Michaela Reitterer anlässlich des zweiten Lockdowns. 
 
Das zeigt, dass manche Unternehmen schneller profitieren als andere. Um hier nicht das Nachsehen zu haben, ist es vor allem wichtig, bei der Antragstellung alles richtig zu machen. Natürlich ist es auch wichtig zu wissen, um welche Förderungen überhaupt angesucht werden kann und soll, sprich welche Förderung zu welchem Unternehmen passt. Das erspart nicht nur die Enttäuschung, keine Förderung gewährt zu bekommen, sondern vor allem viel Aufwand und Zores. 
 
Tipps aus der Praxis 
Wenn Sie noch vor Ablauf der Einreichfristen alle wichtigen Informationen zu den Corona-Förderungen wissen wollen, empfehlen wir das 1,5 stündige Live Online-Seminar zu den Hilfen für KMU, wo nicht nur die wesentlichen Informationen aus der Praxis für die Praxis erklärt werden, sondern auch individuelle Fragen schnell beantwortet werden. 
 
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