Geschäftsführung & Management

Trends im Onlinehandel

Die Herausforderungen im digitalen Handel steigen. Beispielsweise ändern sich die Gewohnheiten der Konsumenten aber auch die Technologie am Markt. Daraus ergeben sich aber auch Chancen für Ihr Unternehmen.
Lesen Sie hier, welche spannenden Trends Sie im kommenden Jahr am Radar haben sollten!

Die Ausgaben im Distanzhandel übersteigen 2019 erstmals 8 Milliarden Euro.

Grund dafür sind um zwei Prozent gestiegene Konsumentenzahlen kombiniert mit höheren Durchschnittsausgaben pro Käufer. Dies führte zu einem Wachstum der Ausgaben von insgesamt drei Prozent bzw. einem Umsatzwachstum von 200 Millionen Euro.

Der eCommerce-Studie Österreich 2019 nach, hat der Distanzhandel in Österreich also nicht mit Wachstumsschwierigkeiten zu kämpfen, jedoch gibt es weiter Verschiebungen bei den Einkaufsgewohnheiten. Denn die Trends der vergangenen Jahre beim Konsumentenverhalten setzen sich fort. Immer weniger Konsumenten bestellen über postalische oder telefonische Kanäle, während der Aufschwung beim Online-Shopping weiter anhält.

Keyfacts

Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider. 58 Prozent der Österreicher shoppen online und geben dabei ca. 7,5 Milliarden Euro pro Jahr aus. Im klassischen Versandhandel hingegen bestellen nur noch rund 11 Prozent der Konsumenten und generieren dabei Umsätze von rund 600 Millionen Euro. Während die Käuferzahlen im klassischen Versandhandel um 10 Prozent sinken, wächst  der Onlinehandel weiter um zwei Prozent. 

Boom beim Smartphone-Shopping

Dies lässt sich unter anderem auch auf einen Boom beim Smartphone-Shopping zurückführen. Mittlerweile kaufen 26 Prozent der Österreicher direkt über ihr Smartphone im Internet ein. Damit stieg die Anzahl an Smartphone-Shoppern dieses Jahr um rund 200.000. Dadurch steigern sich auch die Ausgaben beim Smartphone-Shopping um 25 Prozent (rund 160 Millionen Euro) und übersteigen damit 2019 zum ersten Mal die Ausgaben des klassischen Versandhandels um rund 200 Millionen Euro. Dieser Wachstum wird höchstwahrscheinlich schon demografisch bedingt anhalten, denn insgesamt shoppen bereits 60 Prozent der unter 29-Jährigen mobil.

Darüber hinaus verwenden viele Online-Shopper ihr Smartphone nicht ausschließlich um die eigentliche Kaufhandlung abzuwickeln. Zum immer größeren Teil findet der gesamte Kaufprozess, von Awareness bis zum Kauf, auf mobilen Endgeräten statt.

Laut SearchEngineLand erfolgten im letzten Jahr 60 Prozent aller Google-Abfragen von einem mobilen Endgerät aus.

Für die Betreiber stationärer Geschäfte hat dies sogar einen positiven Nebeneffekt. Denn 80 Prozent Smartphone Nutzer führen Suchen am Handy durch, um bestimmte Produkte im stationären Handel zu finden. Immerhin 18 Prozent erwerben das gesuchte Produkt dann auch innerhalb eines Tages im Geschäft. Stationäre- oder Multi-Channel-Händler können also von  einem „Research Online Purchase Offline“-Kundenverhalten profitieren. Die multiplen Kontaktpunkte von mobilen Endgeräten (Social Media, CRM-Maßnahmen, Zahlungsmethoden oder „In Store“ Applikationen wie iBeacons) werden damit auch zu einer wichtigen Datenquelle für eine optimierte Kundenansprache.

Smartphoneshopping

Quelle: KMU Forschung Austria

Kunden Informieren sich intensiver und werden anspruchsvoller beim Versand

Generell informieren sich die Konsumenten vor dem Kauf intensiver, fand eine aktuelle Studie vom Liefergiganten UPS zum Thema Online-Shopping.  Die Online-Shopper recherchieren dabei am meisten Informationen zum Preis, Rabatte und Details zur Lieferung. Besonders bei der Lieferung steigen die Ansprüche. Besonders bei Versandkosten herrscht Skepsis. Die Konsumenten bevorzugen Lieferungen am nächsten Tag, jedoch lassen sie mit sich verhandeln. Beispielsweise mit Anreizen wie reduzierten Versandkosten bei längerer Lieferzeit.  Die jüngeren Generationen entscheiden sich aber trotzdem lieber für eine schnelle Lieferung und suchen oft im Internet nach Gutschein-Codes oder registrieren sich für Treueprogramme um den Versand zu kompensieren.

5G und „Voice Commerce“

Das 5G-Netz wird im Verlauf des kommenden Jahres nach und nach breiter zur Verfügung stehen. Dies wird dem E-Commerce einige neue Möglichkeiten im Kundenkontakt eröffnen.

Durch die höheren Download-Speeds können Videoinhalte, Sprachassistenten oder „Augmented Reality“ in einem noch größeren Umfang bereitgestellt werden. Online-Marktplätze können so das Einkaufserlebnis des stationären Geschäftes imitieren. IKEA startete bereits 2018 mit der App IKEA Place, die es ermöglicht Möbel, vor dem Kauf virtuell in die eigene Wohnung zu stellen.

Mehrere Studien zeigen, dass 2020 Sprachsuchen weiter stark ansteigen werden. Eine Studie von ComsCore behauptet sogar, dass es weltweit bis zu 50 Prozent werden könnten. Durch virtuelle Assistenten wie Alexa (Amazon) oder Google Home existieren bereits Produkte auf dem Markt, die es Drittanbietern ermöglicht, Spracherkennung zu nutzen. Bereits sechs Prozent der Österreicher nutzen internetbasierende Sprachassistenten. Genutzt werden diese vor allem zum Abspielen von Musik, für einfache Fragen wie etwa zum Wetter, Sport oder zur Steuerung von Smart-Home-Anlagen. Rund 65.000 Österreicher fragen ihre Sprachassistenten auch nach Informationen zu Produkten, die sie erwerben möchten. Etwas weniger als die Hälfte davon hat auch schon einmal über einen Sprachassistenten bestellt. Prozentual haben sich die sogenannten „Voice-Shopper“ zwar verdoppelt, allerdings entspricht dies erst 0,4 Prozent der Österreicher.

Onlinehändlern bietet dies die Möglichkeit, ihre Shops mit smarten Sprachassistenten auszustatten. Die Pizza-Lieferkette Domino’s nutzt bereits seit 2018 einen Sprachassistenten mit dem die Hungrigen mithilfe von Alexa bestellen können. Derzeit bedeutet eine Implementierung noch hohe Investitionskosten. Jedoch sollten diese mit vermehrten Dienstleistern am Markt mit der Zeit sinken.

2020 wird also wieder ein spannendes Jahr im E-Commerce-Sektor. Die Technologie und die Konsumenten verändern sich. Onlinehändler und Multi-Channel-Händler stehen vor einer Vielfalt an Chancen und Herausforderungen. Über der technologischen Möglichkeit sollte stets die Nutzerfreundlichkeit und der Mehrwert für die Konsumenten stehen, wie die allgemeine Abneigung gegenüber Chatbots zeigt.

Abhijit Saha (Vice President of Marketing, UPS Europe) ist sich jedenfalls sicher: „e-commerce kann das Wachstum von Unternehmen jeder Größe unterstützen. Vor allem kleine Unternehmen können wie nie zuvor neue Kunden im In- und Ausland erreichen. Online erfolgreich zu sein, ist keine Selbstverständlichkeit, und die Einzelhändler müssen sicherstellen, dass sie die Erwartungen der Verbraucher erfüllen. Kunden wollen Transparenz, sie wollen so gut wie möglich informiert sein und sie erwarten, dass sie Produkte reibungslos zurückgeben können.“

 

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