Gesundheitswesen & Pflege

Coronavirus: Aktuelle Informationen für Unternehmen

Mittlerweile ist das Coronavirus auch in Österreich angekommen. Seit es in Italien die ersten Todesopfer gefordert hat, ist auch die heimische Wirtschaft großflächig betroffen. Wichtige Informationen und Maßnahmen helfen Ihnen, sich und Ihre Mitarbeiter innerbetrieblich zu schützen.

Nachdem das Coronavirus erstmals Anfang Jänner in Wuhan, China, diagnostiziert wurde, hat es sich mittlerweile fast um die ganze Welt verbreitet. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Virus aus derselben Familie wie z.B. das MERS- und das SARS-Coronavirus. Das Virus wird primär von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion (Niesen, Speichel), aber auch über Körperflüssigkeiten (Blut etc.) übertragen. Ob das Virus auch durch die Luft übertragbar ist, ist nach wie vor unklar. Die Erfahrungen von der Princess Diamond und aus Hongkong weisen darauf hin, dass das Virus zumindest durch Klimaanlagen und Lüftungen verbreitet werden kann. Auch die Übertragungsmöglichkeit über den Stuhl und Urin wird in Fachkreisen diskutiert.

Geringe Mortalität

Über die Krankheit selbst weiß man nur wenig. So soll die Inkubationszeit durchschnittlich fünf Tage betragen, kann aber auch bis zu 14 Tage dauern, chinesische Ärzte haben mittlerweile auf 24 Tage erhöht.

Wie gefährlich der neue Erreger ist, ist nicht völlig geklärt: Man geht derzeit davon aus, dass 80,9 Prozent der Infektionen harmlos verlaufen, 13,8 Prozent sind schwere Fälle mit Lungenentzündung und 4,7 Prozent werden als lebensgefährlich eingestuft, die Sterberate soll nach chinesischen Angaben bei 2 Prozent liegen.

So verläuft die Krankheit: Wenn ein Mensch mit dem Coronavirus infiziert ist, verlaufen die ersten sieben Krankheitstage häufig mild, doch um den achten Tag herum kann sich der Zustand des Patienten plötzlich verschlechtern. Gegenwärtig geht man davon aus, dass rund 20 Prozent der Infizierten starke Atembeschwerden entwickeln. Der Verlauf der Krankheit ist grundsätzlich sehr langwierig. Sollte die Krankheit tödlich enden, stirbt der Patient vier bis fünf Wochen nach dem Infektionsmoment.[UR1] 

Große Unsicherheiten bei Diagnose

Zu den Unklarheiten im Krankheitsverlauf kommt erschwerend hinzu, dass die Diagnose nicht leicht zu stellen ist. So sind Krankheitssymptome auch für andere Krankheiten typisch, nicht nur für das Coronavirus.

Die Tests sind sehr wenig zuverlässig. Bei manchen Kranken, auch bei dem chinesischen Augenarzt Li, der als erster Alarm schlug, fielen mehrfach Tests negativ aus, bis schließlich doch einer positiv war und er verstarb.

Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft

Obwohl wenig über die Krankheit bekannt ist, zeigen sich schon jetzt Folgen für die Wirtschaft: So ist die Nachfrage aus China nach Maschinenteilen und chemischen Erzeugnissen bereits zurückgegangen, der dortige Kfz-Absatz kurzfristig um 92 Prozent eingebrochen und generell die Inlandsnachfrage nach Waren aller Art gesunken. Nur 6,8 Prozent der Unternehmen verzeichnen eine verstärkte Nachfrage – das sind ausnahmslos Produzenten von medizinischen Gütern.

Gleichzeitig fallen die Zulieferungen aus China aus. Betroffen sind z.B. der Faserhersteller Lenzing oder die Voestalpine. Nachdem die Transportwege von dort nach Europa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen, ist der Ausfall von Lieferungen erst am Beginn.

Betroffen ist auch die Verkehrswirtschaft. Wollte die Lufthansa im Jänner lediglich vorübergehend Flüge nach und aus China stoppen, so hat sie bis Ende März sämtliche Passagierflüge zum chinesischen Festland gestrichen.

Fünftwichtigster Handelspartner

China ist für Österreich der wichtigste Handelspartner in Asien. Mit rund 13,17 Milliarden Euro Handelsvolumen war 2018 der Warenaustausch dreimal so groß wie mit Japan und sechsmal so groß wie mit Südkorea. Damit liegt China nach der Bundesrepublik Deutschland, Italien, den USA und der Schweiz an der fünften Stelle von Österreichs wichtigsten Handelspartnern.

Rückgang beim Wirtschaftswachstum

Die Auswirkungen der Seuche in China treffen große, relativ autarke Staaten wie die USA weniger hart als kleine und/oder international handelsabhängige Länder wie Österreich und die Bundesrepublik Deutschland.

Nachdem das Virus jetzt auch in Europa angekommen ist, werden auch EU-interne Handelsbeziehungen in Mitleidenschaft gezogen. Wer regional verankert ist, sowohl Lieferanten als auch Kunden national rekrutiert, dürfte die beginnenden Schwierigkeiten vermeiden können und nur von den sekundären Folgewirkungen wie Kaufkraftverlusten und ähnlichem betroffen sein. Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die heimische Wirtschaft im Umfang von 1,1 Milliarden Euro betroffen sein könnte.

Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) geht man von einem Rückgang des chinesischen Wirtschaftswachstums von 6 auf 5,6 Prozent aufgrund des Coronavirus aus. In Asien soll die Seuche bis zu 115 Milliarden Dollar an Wirtschaftsleistung kosten. Stark betroffen ist der Tourismus.

Noch nicht beziffert sind die volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Kosten in Europa; etwa in Spanien, wo die weltweit wichtige Mobilfunkmesse abgesagt wurde, oder in Italien, wo der Karneval von Venedig abgesagt und weitreichende Quarantänemaßnahmen getroffen wurden.

Anlaufstellen bei Fragen:

Die WKO hat eine zentrale Ansprechstelle für Unternehmen zum Coronavirus eingerichtet.

Tel.: 0590900-4352
E-Mail: infopoint_Coronavirus@wko.at

Außerdem bietet die AGES eine Hotline an:

Tel.: 0800 555 621


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